18. Dezember 2008

In der Weihnachtskarte des Lübbe-Verlages (kam separat neben einer Kiste voller Bio-Apfelsinen und -Zitronen aus Mallorca) lag ein Foto, das beim Abendempfang im Frankfurter Hof während der Buchmesse gemacht wurde. Neben den Autorinnen Eva Völler und Rebecca Gablé (r.) sieht man darauf auch einmal meinen Lektor Stefan Bauer, der DIE STURMKÖNIGE und alle meine Taschenbuchneuausgaben bei Lübbe betreut.(Foto (c) Andreas Biesenbach)

16. Dezember 2008

Passend zum Passauer Festtagsthema in den Medien darf auch hier ein kleiner Beitrag nicht fehlen. Sprechen wir mal über das Bild der Deutschen im Ausland. Oder besser, lassen wir die anderen sprechen. Die Italiener, zum Beispiel. DIE VATIKAN-VERSCHWÖRUNG wurde gerade an den italienischen Verlag Armenia verkauft, wo auch bereits die Kolleginnen und Kollegen Hennen, Heitz, Nina Blazon und andere erscheinen. Natürlich unter dem, nun ja, sehr deutschen Oberbegriff "Deutsche Fantasy". Und so - ganz unten - sieht das Logo auf der (wohlgemerkt: in italienischer Sprache verfassten) Armenia-Homepage aus:

10. Dezember 2008

Ich stecke jetzt im letzten Drittel des neuen Romans, habe gerade eine Figur rausgeschmissen, die ich im Exposé ziemlich mochte (um den hinteren Teil des Buches schneller zu machen), nähere mich Seite 400 und bin damit schon deutlich über der geplanten Seitenzahl; es dürften um die 500 werden, schätze ich.
Gestern Abend mit Bernhard Hennen telefoniert, der erzählte, wie viele hundert Seiten er oft über seiner Planung ist; es beruhigt, wenn es anderen nicht besser geht ...
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Nachdem gerade DER KLABAUTERKRIEG auf CD erschienen ist, habe ich mit dem WDR abgesprochen, auch für nächstes Jahr Weihnachten wieder ein Hörspiel zu schreiben (das dann Ende 2010 auf CD erscheinen müsste, wenn es beim bisherigen Veröffentlichungsrhythmus bleibt; aber soweit sind wir ja noch nicht).
Endgültig fertig ist dafür jetzt Stefan Maetz´ Manuskript zur Hörspieladaption der WELLENLÄUFER-Trilogie. Die Aufnahmen dürften in Kürze losgehen. Sobald die ersten Schauspieler/Sprecher bestätigt sind, verrate ich ein paar Namen.

26. November 2008

Die Nostalgie-Tour geht weiter. Gestern also Halle an der Saale, wo ich meine ersten acht Bücher geschrieben habe. Die Buchhandlung hat mich im Hotel Rotes Ross untergebracht. Vor gut 16 Jahren, damals noch als Volontär beim „Express“, habe ich dort im Foyer mit einem unserer Fotografen einem Manager aufgelauert, der die Hallesche „Konsum“-Gesellschaft in den Konkurs geführt hat – und sich von seinem Verdienst eine Villa auf Sylt leistete. Schönes Zimmer, aber wie in allen besseren Hotels ist die Gebühr fürs Internet eine Unverschämtheit.
Vor der Lesung bin ich vier oder fünf Stunden lang durch die Stadt gelaufen. Rund um die Moritzburg zu meiner ersten Wohnung in Halle; das Haus steht seit `93 leer, unsere WG war der letzte Mieter. Der opulente Stuck an der Außenseite bröckelte schon damals, jetzt ist das ganze riesige Gebäude eine Ruine. Die Fenster meines Zimmers sind zerbrochen, alle Öffnungen im Erdgeschoss zugemauert. Netze an der Fassade sollen verhindern, dass herabfallende Steine irgendwen erschlagen. Das Haus muss früher einmal ein ziemlicher Prachtbau gewesen sein, ich erinnere mich gut an die riesigen Wohnungen mit hohen Decken, die schon damals zum größten Teil verlassen waren. Im Dach klafften quadratmetergroße Löcher, es regnete unablässig in die oberen Stockwerke. In der Wohnung über uns hauste eine Familie ohne Heizung. In der Nachbarwohnung verbrannte jemand Stück für Stück die Streben des wunderschönen alten Treppenhausgeländers im Ofen. Zeitweise liefen bei ihm so viele Videorekorder gleichzeitig – was auch immer er da kopiert haben mag -, dass im ganzen Haus der Strom ausfiel. Zuletzt war ich froh, dort auszuziehen; ich hatte mittlerweile Steffi kennengelernt und nahm mit ihr und Alex eine frisch renovierte Altbauwohnung in der Südstraße. In der WG habe ich DER KREUZWORTRÄTSELMÖRDER und SCHWEIGENETZ geschrieben, in dem der Held unter ganz ähnlichen Bedingungen haust; fast alles, wovon dort die Rede ist, war authentisches Umfeld beim Schreiben.
Nur ein paar Schritte entfernt liegt auch heute noch der „Kaffeeschuppen“, eine stadtbekannte Studentenkneipe, in die mich meine neuen Kollegen gleich am ersten Tag mitnahmen und wo ich, nach ein paar Stunden argen Zweifelns, entschied, tatsächlich in Halle zu bleiben. Heute sieht dort noch alles so aus wie Anfang der Neunziger, es ist nur ein wenig aufgeräumter und sauberer. Aber rundherum liegen jetzt zahllose weitere Bars und Cafés, die damals alle noch nicht existierten. Das war die Zeit, als Nirvana in Halle vor ein paar hundert Leuten spielten, wenige Wochen vor dem Durchbruch mit „Smells Like Teen Spirit“.
Zum Abschluss verschlug´s mich schließlich in die Galerie des Künstler Penz in der Mittelstraße. In einem der schönsten alten Häuser der Stadt lebt und arbeitet er dort mit seiner Lebensgefährtin und dreizehn Katzen. Meine ersten Bilder von ihm habe ich mir schon vor fünfzehn Jahren gekauft und habe mich nie an ihnen satt gesehen; nach dem Umzug im letzten Dezember waren sie die ersten, die wieder an den Wänden hingen. Gestern habe ich gleich mein komplettes Lesungshonorar in weitere seiner Radierungen umgesetzt – halb zerfallenen Häuser, geborstene Fensterscheiben, enge, alte Straßenzüge in tiefschwarzem Schatten. Bezahlen muss man dort noch immer in bar. Immerhin: Heute steht der nächste Geldautomat nur eine Straße weiter.

25. November 2008

Die erste Station auf meiner einwöchigen DSCHINNLAND-Tour war gestern Abend eine vollgepackte Hugendubel-Buchhandlung in Erfurt. Ich mag die meisten ostdeutschen Städte lieber als die im Westen, und Erfurt ist dafür das perfekte Beispiel. Eine wunderschöne Altstadt, toll restauriert, dabei aber nicht aller Identität beraubt wie einige der süddeutschen Altstädte, die zum Teil aussehen wie die Hollywood-Version des romantischen Deutschland.
Heute morgen hatte ich den ganzen Vormittag, um mir die Stadt anzusehen. Ich bin die vereisten Stufen zum Dom hinaufgestiegen (um kurz nach acht war hier noch alles geschlossen), dann weiter zur Festung Petersberg. Eine gute halbe Stunde bin ich - mit Dead Can Dance via iPod - auf den menschenleeren Wehrgängen herumgeschlittert und habe mir lange die verschneite Stadt von oben angesehen. Und dabei ist mir eingefallen, dass ich auf die Frage, wie ich denn zum historischen Roman gekommen sei, jahrelang etwas Falsches geantwortet habe – weil ich es tatsächlich nicht mehr besser wusste. Die Wahrheit ist: Es hatte viel mit der Umgebung während meiner Jahre in Halle zu tun. Dort sind alle meine Bücher bis einschließlich DIE WINTERPRINZESSIN entstanden. Vor allem DIE GEISTERSEHER, die beiden ersten FAUSTUS-Romane und DER SCHATTENESSER verdanken viel den alten Straßenzügen in Halle, Weimar und Jena, unseren häufigen Ausflügen in den Ostharz, den Fahrten ins Elbsandsteingebirge, ins Unstrut-Tal und durch Thüringen. Ich habe oft gesagt, ich hätte mit den historischen Romane begonnen, weil Anfang/Mitte der Neunziger niemand deutsche Phantastik veröffentlichen wollte; Tatsache ist aber – und das ist mir heute morgen auf den Mauern der Festung wieder klar geworden -, dass deshalb zwar die phantastischen Elemente in den Büchern entstanden sind, nicht aber die Bücher selbst. Alle Romane, die ich in Halle geschrieben habe, haben etwas sehr „ostdeutsches“ – und das meine ich im denkbar positiven Sinne. Die großartige alte Architektur, der morbide Charme der Städte (heute oftmals wegrenoviert), die Allgegenwart romantischen und spätmittelalterlichen Kulturguts, die beeindruckenden Landschaften – all das ist in den Büchern präsent. Ich bin ziemlich sicher, dass keines davon anderswo in dieser Form entstanden wäre. DIE WINTERPRINZESSIN (in Halle begonnen, im Rheinland beendet) hat durch das Karlsruhe-Setting schon ein anderes Flair, DAS GELÜBDE war ein Nachzügler, der zum Teil noch auf Recherchen für DIE GEISTERSEHER basierte. Sollte ich wirklich irgendwann einmal einen dritten Brüder-Grimm-Roman in Angriff nehmen, müsste er wieder zwischen Weimar, Leipzig und Dresden spielen – und dort wohl auch geschrieben werden.

In Erfurt stand ich außerdem neidisch vor dem Puppentheater (Notiz: Wieder mal Jan-Svankmajer-Filme gucken!), bin staunend ein paar Mal die Krämerbrücke auf und ab gelaufen (Unbedingt mehr darüber lesen!), habe mir von einem freundlichen Denkmalschützer eines der Brückenhäuser erklären lassen und bin schließlich in einer winzigen Kinderbuchhandlung gelandet (gerade zur besten Deutschlands prämiert). Jetzt, eine Stunde später, sitze ich im Zug nach Halle, rechts und links schaukelt Thüringens Schneelandschaft vorüber, und ich hätte fürchterliche Lust, mal wieder über die Grimms, den alten Goethe oder Doktor Faustus zu schreiben.

24. November 2008

Aus der Mitteldeutschen Zeitung ...

19. November 2008

300 Seiten des neuen Buchs sind in der ersten Fassung fertig - das ist der Roman nach der STURMKÖNIGE-Trilogie. Der Roman, der mal einen Arbeitstitel hatte, der aber nun der endgültige sein wird. Einen ersten Entwurf des Covers habe ich auch schon gesehen und warte nun auf die endgültige Illustration. Ende Januar ist mein offizieller Abgabetermin des Manuskripts, was kein Problem werden dürfte; im Moment schätze ich das Ganze auf 450 bis 500 Seiten.
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Heute läuft das GELÜBDE, was ich eigentlich nicht zum hundertsten Mal erwähnen wollte, aber wahrscheinlich kann´s nicht schaden, weil parallel das Länderspiel Deutschland-England ausgestrahlt wird. Überzeugte Fußballfans wird aber eh keiner überzeugen, sich stattdessen eine Liebesgeschichte zwischen einem Dichter und einer Nonne anzusehen. Für diejenigen bleiben die Wiederholungen morgen früh im ARD-Vormittagsprogramm und auf 3sat, Donnerstagabend um 22.25 Uhr.
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Genug davon, aber vielleicht ein paar Worte zum aktuellen Stand der anderen Adaptionen.
- SIEBEN SIEGEL hat mit Oliver Pautsch seit einigen Wochen einen neuen Drehbuchautor, der Anfang Dezember seine erste Fassung abliefern will.
- Die Verträge für die amerikanische Zeichentrick-Verfilmung der WELLENLÄUFER werden nach wie vor verhandelt, obwohl im Großen und Ganzen alle strittigen Punkte geklärt sein dürften; sobald das Rechtliche geregelt ist, wird sich die Produktionsfirma an die Herstellung eines Promotrailers machen, mit dem sie internationale Co-Produzenten ins Boot holen will.
- Das Hörspielmanuskript für DIE WELLENLÄUFER liegt mir vor, ich werde es wohl während der Lesereise nächste Woche durcharbeiten. Das Studio Stil will möglichst schnell mit den Aufnahmen beginnen, Joachim Knappe hat bereits ein Cover vorgelegt, und erscheinen soll die 6-CD-Box Mitte nächsten Jahres.
- Ein weiteres Hörspiel steht ebenfalls in den Startlöchern, basierend auf einem meiner ersten Bücher. Mehr dazu in Kürze.
- Und zum Schluss das Thema Comics: Die Arbeit am zweiten WOLKENVOLK-Album geht offenbar zügig voran. Yann Krehl, der bislang für alle meine Comic-Manuskripte verantwortlich ist, hat außerdem kürzlich Probeseiten für Adaptionen der Merle-Trilogie und FROSTFEUER abgeliefert. Auch dazu hoffentlich bald mehr.

15. November 2008

Okay, ich tue hiermit offiziell Buße: Meine GELÜBDE-DVD kam heute an, und nicht nur beinhaltet sie ein hübsch gemachtes Booklet mit historischen Hintergründen und Interviews, sondern - entgegen meiner bisherigen Annahme - ein 20minütiges Making-Of und einen Audiokommentar von Dominik Graf und Filmkritiker Michael Althen. Die DVD steckt des weiteren in einem hübsch gemachten Digipak und kommt äußerlich recht hochwertig daher. Meine schlecht gelaunten Anmerkungen aus dem letzten Eintrag über den Umgang der ARD mit ihren Filmen auf DVDs muss ich daher - zumindest in Bezug auf DAS GELÜBDE - zurücknehmen. Wenn sie jetzt nur endlich mal "Sie kommen aus Agharti" rausbringen würde, eine Serie aus den Siebzigern, die offenbar in den WDR-Archiven verschollen ist ...

13. November 2008

Gestern vormittag fand im Kölner Museum Ludwig vor einer Gruppe von vierzig, fünfzig geladenen Gästen die sogenannte "NRW-Premiere" von DAS GELÜBDE statt. Filme, die mit Mitteln der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen co-finanziert werden, werden auf diesem Weg gern den Verantwortlichen von der Stiftung und anderen Offiziellen vorgestellt, außerdem Vertretern der Medien. Den Film kenne ich mittlerweile auswendig, aber es war nett, Misel Maticevic (Brentano) und Arved Birnbaum (Pater Lambert) wiederzusehen. Arved, der auch eine eigene Schauspielschule in Köln unterhält, erzählte, dass er neuerdings der Schauspieltrainer von Henry Maske für Uwe Bolls "Max Schmeling"-Film ist.
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Dass DAS GELÜBDE zeitgleich mit der TV-Ausstrahlung auch auf DVD erscheint, habe ich allerdings nicht dort, sondern durch Zufall gestern nachmittag im Internet erfahren. Mehr dazu in den News.
(Vorsicht übrigens beim Kauf: Die Preise variieren, am preiswertesten ist die DVD derzeit im ARD-Shop.)

11. November 2008

Was ich von Terry Goodkind halte, habe ich hier schon früher recht deutlich gesagt. Aber mal abgesehen von seiner haarsträubenden Verehrung für Ayn Rands Kapitalismustheorien kann ich auch mit seinen Büchern - jedenfalls dem ersten - nicht viel anfangen. Und trotzdem: Ich war sehr gespannt, was Sam Raimis Produktionsfirma aus der Verfilmung seiner "Schwert der Wahrheit"-Reihe machen würde. Vor einer Woche habe ich den Pilotfilm gesehen, der jetzt "Legend of the Seeker" heißt und mehr Klischees verbrät als "Eragon", aber trotzdem recht unterhaltsam daher kommt. Vor allem hat man sich dabei bemüht, den "Herr der Ringe"-Look eins zu eins zu kopieren, was für Fernsehverhältnisse ganz gut gelungen ist. Neuseeländische Landschaft, eine Menge digitale Farbnachbearbeitung, sogar zwei ansehnliche Hauptdarsteller (plus ein paar "Herr der Ringe"-Veteranen, klar) - das funktioniert irgendwie, wenn man Fantasy einer gewissen Richtung erwartet.
Gerade aber habe ich mir die zweite Folge angesehen, und spätestens damit sind Raimi & Co. wieder bei "Xena" angekommen. Dramaturgie aus der "A-Team"-Schublade, billige Optik, furchtbare Inszenierung und alles andere, was schon "Hercules" und Konsorten so unerträglich machte. Schade.

31. Oktober 2008

Es ist Halloween, und beim Zähneputzen hörte ich heute im Radio, dass die Amerikaner ihre Horrorkostüme mehr und mehr gegen ein "sexy Outfit" eintauschen. Das klingt fast so grässlich wie rheinischer Karneval und wird deshalb hiermit zur Schlechten Nachricht Des Tages erklärt.
Daran beteiligen wir Freunde Der Hochliteratur uns natürlich nicht, deshalb gibt es hier zur Feier des Tages keinen lustigen Halloween-Kurzfilm oder Monstertrailer, sondern Christopher Walkens umwerfende Lesung von Edgar Allan Poes "The Raven". Das Ganze ist achteinhalb Minuten lang, zwangsläufig auf Englisch (mit karaokiger Texteinblendung) - und ist ein echter Hammer.
Happy Halloween!

23. Oktober 2008

Der erste Schwung von DSCHINNLAND-Rezensionen kam mit der Post, während ich auf der Buchmesse saß, und von der "Frankfurter Neue Presse" bis hin zur "Bild am Sonntag" sind sie alle erfreulich positiv. Dafür wundern mich zwei, drei maue Leserbesprechungen bei Amazon. Nicht, weil irgendwem die Gewalt nicht gefällt oder sonst ein Detail. Aber wenn eine Leserin schreibt, das Buch hätte kein Tempo, dann kratze ich mich am Kopf und sage ehrlich: Mehr Tempo kann ich nicht! DSCHINNLAND ist unter meinen Büchern dasjenige, das extrem auf Geschwindigkeit gebürstet ist. Versöhnlicher stimmt mich da der Vergleich eines anderen Lesers mit "The Fast and the Furious" auf fliegenden Teppichen - zwar ein blöder Film, aber Tempo hat er ja.
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Die Messe selbst kam mir, abgesehen von den beiden Publikumstagen, ein wenig ruhiger vor als sonst. Gut besucht war meine Signierstunde draußen im Signierzelt (einige hundert Leute, wovon niemand so richtig überzeugt war, weil es keine vorangegangene Lesung gab wie in der früheren Jahren), außerdem - jedenfalls für die Verhältnisse im Comiczentrum außerhalb von Manga-Veranstaltungen - die beiden Splitter-Termine zum WOLKENVOLK-Comic.
Ich habe zur Messe ein gespaltenes Verhältnis: Auf der einen Seite stöhne ich im Vorfeld darüber wie jeder in der Buchbranche (zu warm, zu voll, zu viele Erkältungsbazillen), auf der anderen Seite freue ich mich darauf, weil ich dort regelmäßig all die Bekannten und Freunde treffe, mit denen ich während des übrigen Jahres nur am Telefon spreche - oder gar nicht. Ich mag die Leipziger Messe nach wie vor viel lieber als die Frankfurter, was auch mit der tollen Stadt zu tun hat, aber insgesamt sind das immer ein paar Tage im Herbst, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.
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Was die Messe an Aussichten auf neue Projekte gebracht hat (die irgendwann verwirklicht werden oder auch nicht): Eine geplante Zusammenarbeit mit Oliver Rohrbeck; neue Hörspiele nach älteren Geschichten; tolle Probeseiten einer weiteren Comic-Adaption, die einige Hoffnung auf mehr machen.

13. Oktober 2008

Dass Mišel Matičević für seine Hauptrolle im GELÜBDE und zwei weiteren Filmen den Deutschen Fernsehpreis gewonnen hat, freut mich nicht nur, weil es eine Verfilmung meines Romans ist - es freut mich ganz ehrlich auch für ihn, der viel zu lange auf Verbrecherrollen festgelegt war und trotz Hauptrollen in Prestigereihen wie "Blackout" und verschiedenen hochgelobten Fernsehfilmen bislang nie zu allgemeiner Bekanntheit gelangt ist. Womöglich ändert sich das jetzt. Wie ich ihn einschätze, ist Prominenz keines seiner vorrangigsten Ziele, aber verdient hat er sie allemal.
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Und dann Herr Reich-Ranicki ... Das Peinlichste an seinem Auftritt war nicht die Tatsache, dass da ein 88jähriger auf die Bühne geschoben wurde, der seine Chance genutzt hat, es noch mal allen zu zeigen - das kennt man von griesgrämigen Rentnern, die am Fenster sitzen und Falschparker aufschreiben. Auch nicht die Tatsache, dass er damit lediglich Arroganz, Sturheit und vermutlich auch eine Portion Altersverwirrung gezeigt hat (um so deutlicher, da er seine maßlose Überheblichkeit nicht mehr durch scharfen Intellekt kaschieren konnte). Das wirklich, wirklich Schlimme sind vielmehr die Reaktionen heute morgen in den Medien. Dass Elke Heidenreich verkündet, wie recht er habe, und überhaupt sei sie ja nur "aus Sympathie zu ihm" zur Gala erschienen; dass alle Kritiker ins Horn eines verbohrten Greises blasen und mal wieder das Fernsehen verdammen und ein besseres Programm fordern; dass sich die verwunderte bis verbissene Standing Ovation des Publikums bei Reich-Ranickis Bühnenabgang heute früh allen Ernstes auf Journalisten und andere Medienleute ausdehnt, mit dem Unterschied, dass die es ernst meinen (die Gesichter im Publikum sagten da ja etwas ganz anderes). Sicher, man mag alle Jahre wieder über das Programm schimpfen, sich wundern, dass Unfug wie RTLs "Jagd nach dem Schatz der Nibelungen" nominiert und "Deutschland sucht den Superstar" tatsächlich ausgezeichnet wurden. Aber vor einem Auftritt den Demutsknicks zu machen, der nichts anders war als pure Unhöflichkeit und Bösartigkeit, ist entlarvend opportunistisch. All das kindische "Ich auch, ich auch!"-Geschrei, das heute durch die Presse gellt, hat dieselbe Ursache wie so viel Schlechtes im Fernsehprogramm: Schnell auf den Zug aufspringen und nicht erkennen, dass er mal wieder in die falsche Richtung fährt.

07. Oktober 2008

Seit gestern bin ich zurück zuhause. Steffi und ich haben eine Woche lang die Schauplätze meines nächsten Romans bereist, sind in sieben Tagen über zweitausend Kilometer mit dem Mietwagen durch die Gegend gefahren - und nun sitze ich da und überarbeite Details der bereits fertigen ersten 90 Seiten, um sie an die echten Gegebenheiten vor Ort anzugleichen. Da die Geschichte in der Gegenwart spielt, ist solch eine Recherchereise um einiges sinnvoller als bei historischen Hintergründen; jedenfalls nach meiner Erfahrung. Waren vorher einige Orts- und Landschaftsbeschreibungen recht vage, werden sie nun sehr viel konkreter und authentischer. Ohne zu viel verraten zu wollen hier ein paar Fotos ... Hier spielt ein Teil des Showdowns ...... hier nicht, dafür sieht es ein wenig postkartiger aus ...
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Und hier noch die offiziellen Termine für die Frankfurter Buchmesse. Ich bin ab Mittwochnachmittag bis Samstag dort, die meiste Zeit wohl am Stand des Lübbe-Verlages.
Signierstunden finden alle am Samstag, dem 18. Oktober, statt:

11 Uhr: Signierstunde beim Splitter-Verlag (Halle 3.0, J 824)
12:30 Uhr: Signierstunde DSCHINNLAND im Signierzelt VOR dem Lesezelt
13:45 Uhr: Vorstellung des WOLKENVOLK-Comics mit Signierstunde (auf der Bühne im Comic-Bereich)
16 Uhr: Signierstunde DSCHINNLAND am Lübbe-Stand (Halle 3.0, C 142)

26. September 2008

Gute zwei Wochen kein Eintrag im Journal. Das hatte verschiedene Gründe - unter anderem den, dass ich mit dem neuen Roman begonnen habe, das erste Buch-das-nicht-DIE-STURMKÖNIGE-ist seit circa anderthalb Jahren. Zudem werde ich einiges, das eigentlich schon immer eher in die News gehört hätte, künftig dort bringen, statt die entsprechenden Informationen hier im Journal zu verwursten. Da ich in den News-Bereich seit der Generalüberholung der Website auch Bilder einklinken kann, macht es Sinn, manches dort stattfinden zu lassen statt hier. Und da meines Wissens eh jeder über die News gehen muss, um ins Journal zu gelangen, dürfte allen aufgefallen sein, dass dort zuletzt Christian Naucks großartige Illustrationen zu den STURMKÖNIGEN aufgetaucht sind. Mindestens eine, von einem anderen bekannten Zeichner, folgt noch.
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Das neue Buch wird anders. Phantastik, aber keine epische Fantasy. Keine Dschinne, Klabauter oder Juru. Keine Schwerter. Niemand fliegt (jedenfalls weiß ich noch nichts davon). In Kürze reise ich an die Schauplätze und recherchiere ein wenig vor Ort. Es gibt, glaube ich, unangenehmere Orte zur Recherche.
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Das WOLKENVOLK-Comic ist fertig gedruckt und wird um den 5. Oktober herum ausgeliefert. Bestellungen sind überall im Buchhandel und bei den üblichen Online-Quellen möglich, aber auch auf der kunterbunten Homepage des Splitter-Verlages. Das großformatige Hardcover-Album mit 78 Seiten sieht sensationell gut aus; ich habe zudem noch ein Nachwort geschrieben, in dem ich erzähle, wie die Trilogie entstanden ist.
Als Vorschau auf das zweite Album, das im Frühjahr erscheint, hier noch eine von Ralf Schlüters Bleistiftvorzeichnungen von Niccolos Weg in die Lavatürme:

10. September 2008

Auch bei Amazon ist DSCHINNLAND jetzt als sofort lieferbar gelistet. Damit ist es im Grunde erschienen, auch wenn der offizielle Termin nach wie vor der 16. September ist. Ich gehe aber davon aus, dass nun auch die übrigen Buchhändler die Kartons auspacken werden.
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Prag mag ich seit meiner ersten Reise dorthin zur Recherche des SCHATTENESSER. Jetzt mag ich´s gleich noch ein wenig mehr, weil mir gerade zwei Fotos aus Prags größter Buchhandlung Luxor am Wenzelsplatz gemailt wurden. Zu sehen ist die tschechische Ausgabe von SEIDE UND SCHWERT.
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Dazu passt die Meldung, dass der Comic zu SEIDE UND SCHWERT gestern vom Drucker gekommen ist und ein erstes Exemplar auf dem Weg zu mir ist. Damit dürfte es demnächst auch beim Splitter-Verlag lieferbar sein.

08. September 2008

Morgen findet in Erftstadt bei Köln die erste Lesung aus DSCHINNLAND statt. Bei den letzten Veranstaltungen habe ich nur einige Seiten gelesen (meist den Anfang), immer in Verbindung mit einer oder zwei Szenen aus den WOLKENVOLK-Romanen. Morgen also die erste Solo-Lesung aus dem ersten Band der STURMKÖNIGE - das Buch wird man dort übrigens auch schon kaufen können.
Die genauen Daten:
Dienstag, 09. September, 20 Uhr, Erftstadt-Lechenich im Pfarrzentrum St. Kilian
Karten gibt es u.a. in der Bücherstube am Markt, Telefon: 02235/74550

Dass man mich in einem Pfarrzentrum lesen lässt, deutet immerhin daraufhin, dass der katholische GELÜBDE-Bann nur für das Buch gilt, nicht für mich als Person. Oder es hat einfach noch niemand gemerkt ...
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Der dritte Band, GLUTSAND, war bereits im letzten Eintrag zu sehen. Hier nun auch noch der zweite, WUNSCHKRIEG, der im kommenden März erscheint.
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Das Konzept meines nächsten Romans ist fertig und bei Carlsen abgegeben. Es ist das ausführlichste Exposé, das ich überhaupt jemals geschrieben habe, was vor allem daran liegt, dass die Entwicklung der Charaktere und ihre wechselhafte Beziehung zueinander diesmal bis ins Detail festgezurrt ist. Das war so wichtig, weil die gesamte Handlung darauf basiert und weniger von äußeren Umständen angetrieben wird.
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Im Moment sitze ich an der Endkorrektur von GLUTSAND, dem umfangreichsten der drei STURMKÖNIGE-Bände. Ein wenig ist gegenüber der ersten Fassung schon gestrichen, aber das Ganze dürfte noch immer ein 460- oder 480-Seiten-Buch werden. GLUTSAND erscheint im September 2009.
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Zu guter Letzt wieder ein Motiv aus dem ersten WOLKENVOLK-Comic, diesmal Niccolos erster Start (oder Sturz?) mit einem Luftschlitten aus der Unterseite der Wolkeninsel.

01. September 2008

DSCHINNLAND ist noch nicht erschienen, eigentlich aber doch. Der offizielle Erstverkaufstag ist der 16. September, zumindest diverse Thalia-Filialen haben die Bücher aber jetzt schon gestapelt ausliegen. Den Grund hat man mir beim Verlag folgendermaßen erklärt: Die flächendeckende Auslieferung an die Händler beginnt heute, d.h. bei vielen sollte das Buch bis Freitag auftauchen, je nach Platz auf den Tischen und in den Reaglen. Thalia hingegen hat die Bücher schon in der vergangenen Woche bekommen, wohl weil sie Zeit brauchen, um die Aktionen - Tische, Deckenhänger, Regal"wobbler" - aufzubauen und zu bestücken. Allerdings sollten auch sie die Bücher nicht sofort auslegen, was aber offenbar nicht wenige Filialen trotzdem bereits getan haben. Was letztlich nur wieder einmal beweist, dass ohne den extremen logistischen Aufwand (und die Strafandrohungen) der "Harry-Potter"-Auslieferung Erstverkaufstage in Deutschland kaum durchzusetzen sind.
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In den Leseexemplaren stand, dass Rezensionen ebenfalls nicht vor dem 16. September veröffentlicht werden sollen, und da Kritiker gewissenhafte Menschen sind, werden sich die meisten wohl daran halten. Zwei sind aber schon aufgetaucht, hier und hier.
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Heute überarbeite ich das Exposé meines nächsten Jugendbuchs ein letztes Mal, dann gebe ich es beim Verlag ab. Die nächsten anderthalb Wochen brauche ich für die Endkorrektur des dritten STURMKÖNIGE-Manuskripts, dessen Cover übrigens voraussichtlich so aussehen wird:ww.sturmkoenige.de

20. August 2008

Schon mal von der "Sammlung Ehrig" gehört? Ich bis vor ein paar Wochen auch nicht. Dann bin ich durch Zufall darüber gestolpert. Heinz-Jürgen Ehrig (1942-2003) hat über Jahrzehnte hinweg Europas vermutlich größte private Sammlung phantastischer Literatur zusammengetragen. Bei seinem Tod vor fünf Jahren waren das rund 130.000 Bücher, Hefte, Zeitschriften und andere Medien. In einem ehemaligen Gasthaus bei Berlin, umgebaut zu einem riesigen Archiv, wird all das gelagert und von seiner Witwe Marianne Ehrig (die als "Marianne Sydow" selbst eine Menge Science-Fiction veröffentlich hat) erhalten und katalogisiert. Um das Erbe ihres Mannes und die Geschichte des Genres in Deutschland zu bewahren, gibt sie seit einiger Zeit einen Bestandskatalog für Interessierte heraus, der bislang bei Heft 8 und gerade mal dem Buchstaben C angekommen ist; zu jeder Ausgabe gibt es eine CD-Rom, auf der alle gescannten Titelbilder, Buchrücken und Rückseiten der gelisteten Bände gespeichert sind. Weil es aber zu wenige Abonnenten des Kataloges gibt (und die CDs offenbar munter raubkopiert und verteilt werden), ist das gesamte Projekt gefährdet. Den Aufwand, zigtausende Bücher zu erfassen und zu scannen, kann man sich vorstellen - und das alles für knapp fünfzig Abonnenten. Nun hat sich Marianne selbst ein Ultimatum gestellt: Wenn nicht mindestens einhundert Bestellungen zusammenkommen, wird sie das Ganze abbrechen - und damit notgedrungen eine der größten Schatzkammern internationaler Phantastik hinter Schloss und Riegel verstecken.
Jedes Heft mit CD kostet 20 Euro, geplant sind knapp 50 Lieferungen - über mehrere Jahre hinweg. Das ist nicht billig und ganz sicher nichts für den gelegentlichen Fan. Aber wer ernsthaft etwas für den Erhalt dieser unglaublichen Bibliothek tun und mit einem eigenen Bildarchiv daran teilhaben will, kann hier ein Abo bestellen.
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In den Bereich "Filme" haben wir ganz neu den Trailer zu SCHOOL´S OUT 2 eingestellt, den EMS damals für die deutsche DVD zusammengefrickelt hat. Abgesehen von der reißerischen Erzählerstimme ganz nett - nur warum ausgerechnet die einzige Szene des Films, mit der ich echte Probleme habe (der Dialog auf der Hollywoodschaukel (!)), in dem ansonsten doch sehr actionlastigen Trailer auftaucht, bleibt rätselhaft.
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Kontrastprogramm: Bei den Recherchen zum nächsten Roman bin ich über ein sonderbares YouTube-Video zu einem Musikstück von Scott Walker gestolpert, das zugleich unheimlich, bizarr und todtraurig ist. Irgendwo zwischen David Lynch, Matthew Barney und Jan Svankmajer, dabei auf eigenwillige Weise wunderschön. Fragt nicht, was Scott Walker mit dem neuen Buch zu tun hat. In einem Jahr mehr dazu. (Und nicht wundern: Das Bild setzt erst nach knapp vierzig Sekunden ein.)

19. August 2008

Mit diesem und den nächsten Einträgen gibt es als Einstimmung auf das WOLKENVOLK-Comic einige Einzelbilder von Landschaften und Schauplätzen.
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Der Grundplot meines nächsten Romans steht jetzt als grobes Gerüst, um den ich gerade weitere Elemente, Szenen und Figuren gruppiere. Das fühlt sich ein wenig an wie Weihnachtsbaumschmücken: Man hängt etwas an diesen Zweig und an jenen, tritt einen Schritt zurück, schaut sich an, wo zu viel baumelt und wo es noch Löcher gibt, verteilt manches von unten nach oben und umgekehrt und fragt sich ein wenig nervös, wie das Ganze wohl aussehen wird, wenn die Kerzen brennen.
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Die Open-Air-Vorführung von DAS GELÜBDE in Billerbeck - an der ich nicht teilnehmen konnte, weil ich gleichzeitig beim Weilbacher Fantasy-Festival gelesen habe - war offenbar ein Erfolg, und das Wetter hat auch mitgespielt.
Anke Sevenich (Gertrud) und Tanja Schleiff (Anna)Abgesehen von Tanja und Anke erkenne ich nur den Bavaria-Produzenten Michael Hild (2.v.l.), der mich 2001 als erster kontaktiert hat, um über eine mögliche Verfilmung zu sprechen. (Fotos: Manfred van Os)
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Zwischen all den Leserrezensionen zu DSCHINNLAND ist eine aufgetaucht, in der sich eine 15jährige über die einzige Sexszene im Buch aufregt, mit so freundlichen Adjektiven wie "sexistisch" und "frauenfeindlich". Mal ganz abgesehen davon, dass ich zwangsläufig anderer Meinung bin, gibt mir in diesem Zusammenhang eine Rezension in der "Washington Post" zu denken, in der sich die großartige Elizabeth Hand ("Die Mondgöttin erwacht") Stephenie Meyers "Bis(s)"-Serie vornimmt. Sie analysiert darin ziemlich erschüttert die prüde und körperfeindliche Geisteshaltung hinter den Romanen und weist daraufhin, dass sie offenbar mittlerweile von Millionen Teenagern geteilt und als Ideal angesehen wird.

14. August 2008

www.sturmkoenige.de ist online und sehr hübsch geworden, finde ich. Sehr nett die klitzekleinen Vögel im Logo, die tatsächlich zwischendurch auch auf den Zwiebeltürmen landen... Bei mir ruckeln die Videos etwas, aber ich weiß nicht, ob das an meinem überlasteten Rechner liegt, oder an der Seite selbst.
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Ich bin gerade dabei, all die Stichworte und Notizen der letzten Wochen abzutippen und ein wenig vorzusortieren, um dann in der nächsten und übernächsten Woche das Exposé für mein erstes Buch bei Carlsen daraus zu machen. Ich habe definitiv viel zu viel für einen Roman zusammengetragen und werde eine ganze Menge streichen und/oder auf die nächsten Bände verschieben. Jedenfalls ist dies immer eine spannende Phase in der Entstehung meiner Bücher, weil erst jetzt aus ein paar hundert Ideenschnipseln eine echte Geschichte entsteht. Die Hauptfiguren stehen mehr oder minder, Hintergrund und Ausgangssituation, ein paar der Handlungsbögen im Hintergrund und einige Szenen, die ich unbedingt schreiben möchte - aber all das wird nun mit Details angereichert, dramaturgisch verschweißt und auf Lücken abgeklopft und irgendwie (und ich könnte selbst nicht ganz genau erklären, wie) zu einem großen Plot zusammengerührt.

12. August 2008

Morgen, am Mittwoch, geht www.sturmkoenige.de online. Einzelheiten dazu, wenn es soweit ist (und ich Links legen kann).
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Die ersten Leserrezensionen zu DSCHINNLAND sind bei "Hier schreiben wir" online - das ist die Website, die kürzlich dreißig Vorabexemplare verteilt hat, mit der Bitte, Kritiken zu verfassen.
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Das erste WOLKENVOLK-Comic-Album ist beim Drucker. Eine meiner Lieblingsbildfolgen habe ich in die News gestellt, hier ist sie auch noch mal:
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Am Freitag findet in den Weilbacher Kiesgruben zum vierten Mal die alljährliche Fantasynacht statt. Ich habe bislang in jedem Jahr dort gelesen, so auch in diesem. Christoph Marzi wird dort sein, Isabel Abedi, Nina Blazon, die Zwillinge Suresh & Jyoti Guptara und andere. Mehr dazu gibt es hier.
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Na gut, das Ganze ist schon drei Monate alt, aber ich hab´s trotzdem eben erst entdeckt: Eine junge Frau hat sich operativ Elfenohren fabrizieren lassen, und zwar hier. Wer´s mag.

04. August 2008

Im Forum sind in einem Beitrag zu den WOLKENVOLK-Romanen erneut zwei Punkte aufgetaucht, zu denen ich zwar schon einige Male Stellung genommen habe, aber noch nicht hier im Journal. Darum auch hier noch einmal abschließende Anmerkungen dazu.

Vorwurf 1: Der Federflug wurde dreist aus "Tiger & Dragon" oder "House Of Flying Daggers" geklaut.

Antwort: Die fliegenden Schwertkämpfer sind in der chinesischen Literatur Jahrhunderte alt. Hunderte Romane haben sie allein im 20. Jahrhundert verwendet, gefolgt von deren Verfilmungen (wie etwa "Tiger & Dragon"). Ich persönlich habe solche Szenen zum ersten Mal in den Siebziger Jahren in Kung-Fu-Filmen gesehen (übrigens in "Ein Hauch von Zen", der HEUTE im Fernsehen läuft). Die ersten Filmszenen mit fliegenden Kämpfern stammen m.W. noch aus der Stummfilmzeit, ganz sicher aber aus Schwarz-Weiß-Filmen. In China rankt sich um sie (in Verbindung mit anderen festen Elementen) ein eigenes Genre namens "Wuxia" (googeln!). Das Problem ist, wie man diese Fähigkeit des Fliegens nennt. Ich spreche kein Chinesisch, aber in den wenigen englischen Übersetzungen von Wuxia-Romanen ist dabei immer von "lightning kung fu" die Rede - was ich wiederum dem deutschen Leser nicht antun wollte und darum den Begriff "Federflug" erfunden habe.
(Sollte ich vorbeugend erwähnen, dass die fliegenden Teppiche in den STURMKÖNIGEN nicht zum ersten Mal in Disneys "Aladin" auftauchen?)

Vorwurf 2: Mit dem Namen Mondkind wurde arglistig die "Unendliche Geschichte" plagiiert.

Antwort: Der Name ist tatsächlich übernommen, aber nicht aus der "Unendlichen Geschichte" (wo die Figur MondENkind heißt), sondern aus Aleister Crowleys okkultem (und ziemlich unlesbarem) Roman "Moonchild". Michael Ende, der sich mit esoterischer und okkulter Literatur auskannte, dürfte ihn auch dorther haben.
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Passend dazu aus dem Hause Splitter erstmals das Cover des zweiten WOLKENVOLK-Comicalbums, außerdem die Vorlage des Drucks, der in alle Exemplare des ersten Bandes eingelegt wird:

30. Juli 2008

Gleich kommt mein Lektor Stefan Bauer vorbei, um mit mir das Manuskript des zweiten Bandes durchzugehen. Vorgestern habe ich außerdem mit dem ersten Korrekturdurchgang von Band 3 angefangen, der ruhiger beginnt als die beiden anderen, etwa ab Seite 50 aber ziemlich in die Vollen geht - hatte ich selbst schon gar nicht mehr so in Erinnerung.
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In dem Ankündigungsfenster rechts gibt es jetzt eine rund vierminütige Hörprobe aus Andreas Fröhlichs Lesung von DSCHINNLAND, außerdem einen kleinen Trailer, der in speziellen Displays in einer ganzen Reihe von Buchhandlungen laufen wird. In ein, zwei Wochen geht wohl auch Lübbes STURMKÖNIGE-Website online, u.a. mit zwei neuen Interviews: Eines als Text, speziell zur Trilogie, und ein zweites als Video.
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Stichwort Interviews: Ich habe hier noch drei Fragebögen liegen, die ich eigentlich längst hätte beantworten sollen. Zumindest eines muss ich heute noch fertig machen (für "Zillo"). Normalerweise lasse ich die Antworten immer gern ein paar Tage liegen, um sie dann noch mal durchzugehen, aber daraus wird wohl nichts mehr.
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Sieht der Trailer zu "Krabat" nicht richtig gut aus? Überhaupt hat der Film eine vorbildliche Website, in Deutschland bislang auch keine Selbstverständlichkeit.

23. Juli 2008

Zum ersten Mal habe ich gestern Band 1 des WOLKENVOLK-Comics von der ersten bis zur letzten Seite durchgelesen, einige Korrekturen gemacht und gemeinsam mit Dirk Schulz von Splitter den Übergang vom ersten zum zweiten Band festgelegt. Hier sind wieder ein paar Kostproben - drei erste Auftritte, einmal von Lotusklaue, dann von Feiqing, und schließlich - noch in schwarz-weiß - von Mondkind. (Zum Vergrößern bitte anklicken.)

21. Juli 2008

Es ist acht Uhr am Montagmorgen. Ein paar Mails beantwortet, Kaffee gekocht, eine Kanne mit Wasser gefüllt (ich trinke tagsüber nur Leitungswasser und Kaffee), der Hund war auch schon draußen. Los geht´s mit dem, was ich immer "Recherche" nenne - und was in Wahrheit eine Mischung ist aus echter Recherche und dem Abarbeiten der ausufernden Comic- und DVD-Stapel, die sich über die letzten Monate angesammelt haben; der gute Vorsatz beim Umzug, ab sofort viel sorgfältiger auszuwählen, was ich kaufe und was nicht, hat natürlich nicht mal ansatzweise gefruchtet. Auf der anderen Seite des Zimmers grummelt Motte, während sie sich gerade auf ihrer Seite des Arbeitszimmersofas einrollt (14jährige Hunde schlafen tatsächlich noch mehr als andere). Anrufbeantworter einschalten, neuen Kaffee holen, dann geht´s los: die Zeit nach dem alten und vor dem neuen Buch.

16. Juli 2008

Seit heute Nacht hat die Homepage ein neues Design. Wer es noch nicht sehen kann, muss einmal über die Startseite www.kaimeyer.com hineingehen, statt über Links von außen oder Lesezeichen. Schaden kann es auch nicht, in den Einstellungen des Browsers "Cache leeren" anzuklicken.
Webmasterin Fly hat lange geschuftet, bis alles fertig war - wer ihr ein paar lobende Worte oder andere Anmerkungen schicken möchte, kann das im Forum tun oder über den Link im Impressum.
Alle Neuerungen sollten sich von selbst erklären. Übersichtlicher ist vor allem die Teilung des Menüs in das obere mit Büchern, Hörbüchern etc. und das seitliche mit allem anderen. Auch farblich wirkt das Ganze jetzt meines Erachtens frischer und moderner, vor allem heller und damit sehr viel freundlicher.
An Fly also auch an dieser Stelle ein besonders großes Dankeschön!

14. Juli 2008

Vor ein paar Minuten habe ich den letzten Satz von Band 3 der STURMKÖNIGE geschrieben - fast auf den Tag genau ein Jahr nach Beendigung des ersten Bandes. Während ich das hier tippe, kommen neben mir gerade die beiden letzten Kapitel aus dem Drucker (und NUR die, nicht der Rest des Romans). Für gewöhnlich lasse ich die letzten Seiten ein paar Tage im Wohnzimmer und anderswo herumliegen, lese sie wieder und wieder bei allen möglichen Gelegenheiten und mache handschriftlich Korrekturen. Das ganze Buch gehe ich dann in den nächsten Wochen einmal am Laptop durch, zuletzt erneut - viel gründlicher - als Papierausdruck.
Diesmal mache ich mich vor der Überarbeitung an die restliche Recherche und das Exposé des nächsten Romans (ein Jugendbuch für Carlsen), was 1) nach 1300 Seiten Orient eine dringend nötige Abwechslung ist (es geht um ein GANZ anderes Thema als alle meine bisherigen) und 2) ein wenig Distanz zum Text schafft, die später beim Korrigieren nicht schaden kann.
Band 3, GLUTSAND, ist übrigens im Augenblick noch gut hundert Seiten umfangreicher als die beiden ersten Bücher. Ich bin selbst mal gespannt, was davon übrig bleibt, bevor ich das Manuskript Ende August, Anfang September abgebe.

07. Juli 2008

Vergangenen Freitag hat mein Agent Michael Meller in München das 20jährige Bestehen seiner Agentur gefeiert - mit 400 Gästen im feinen Café Reitschule, rotem Teppich und gutem Wein (letzteres ist bei solchen Veranstaltungen nicht immer selbstverständlich). Das Schönste daran aber war, viele Bekannte wiederzusehen, denen ich seit Jahren nicht mehr begegnet war, von ehemaligen Lektoren bis hin zu Autorinnen und Autoren. Zu guter Letzt, irgendwann nach Mitternacht, saßen dann Bernhard Hennen, Thomas Finn und ich lange zusammen, und allein das war schon die Anreise wert.
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Und hier sind die Cover der ALCHIMISTIN-Hörspiele 5 bis 8, ebenso gelungen wie die ersten vier, finde ich. Eigentlich müsste ich mal den Namen der jungen Dame herausfinden, die ihr Gesicht für Aura hergegeben hat - ich hab sie damals anhand einiger Fotos selbst ausgesucht, und der Vollständigkeit halber müsste sie hier irgendwo mal namentlich auftauchen.


03. Juli 2008

Absolut unmöglich, nicht darauf hinzuweisen, nachdem Fritz Lang einen Auftritt in DAS ZWEITE GESICHT absolviert und Szenen von HEX sogar bei den Dreharbeiten spielen: Die verschollenen geglaubten Passagen von "Metropolis" sind wieder aufgetaucht, schreibt u.a. "Die Zeit". Alles in allem sollte der Film damit eine Laufzeit von rund 210 Minuten haben. Wie lange die Restaurierung dauern wird, weiß noch keiner; die DVD dürfte frühestens in ein paar Jahren erscheinen. Und dann wahrscheinlich erst mal in den USA, hat man doch in Deutschland bis heute noch nicht mal eine DVD von Langs Meisterwerk "Die Nibelungen" zustande gebracht.

02. Juli 2008

Nachgeliefert hier noch zwei Fotos, die Olivier Favre während der Dreharbeiten zu den kurzen Interview-Clips (s. letzter Eintrag) gemacht hat.
Einmal am Schreibtisch, wo ich auch jetzt gerade sitze - das Totenkopfding im Hintergrund ist das Schwert, das Jack Palance als Bösewicht in "Hawk the Slayer" benutzt hat.Und dann noch in der Blue Box, gemeinsam mit Peter Hetzel, der das Interview geführt und die Aufnahmen geleitet hat.

27. Juni 2008

Es ist ziemlich lange her, dass mich Kameras nervös gemacht haben - was gar nicht so toll ist, wie es klingt. Nervosität schafft Distanz. Und Distanz im Umgang mit Medien aller Art ist ratsam. Sieht man aber die Kamera nur noch als technisches Gerät auf der Schulter eines einzelnen Menschen, vergisst man schnell, dass das, was man gerade sagt, später womöglich von Zigtausenden gehört und gesehen wird.
Das Kamerateam, das mich gestern zu Hause besucht hat, wurde vom Lübbe Verlag bezahlt und hatte entsprechend nur Positives im Sinn. Gedreht wurde eine kleine Homestory - Interviewschnipsel an verschiedenen Plätzen hier im Haus -, und anschließend ein längeres Gespräch in der Blue Box in einem Studio in Hürth (derselben, wie ich in der Maske erfuhr, in der all die dubiosen Promi-Kommentare für die diversen Chart-Shows aufgezeichnet werden). Das Ganze wird später in kurze Clips zerlegt und in ein paar Wochen auf der STURMKÖNIGE-Website zu sehen sein.
Zurück zur Distanz: Die geht in solchen Situationen schnell verloren, selbst wenn sechs Leute um einen herumwuseln und Scheinwerfer im Wohnzimmer aufbauen. Und ich sage dann schnell Dinge, die ich mir im Nachhinein lieber gespart hätte. Nichts Dramatisches, nur Kleinigkeiten, bei denen ich mich später frage, ob sie zu viel über meinen Arbeitsprozess verraten. Oder Antworten, die ich schon zwei Minuten später lieber anders gegeben hätte. Zum Beispiel die Frage: "Wie wer wollten Sie als Kind sein?" Geantwortet habe ich "Wie Stephen King" - und zwar weil er der erste Autor war, über den ich Homestories gelesen habe, dessen Arbeitszimmer man auf Fotos sah, der ständig interessante Dinge tat wie Dreharbeiten besuchen und dabei noch mit dem Schreiben Geld verdiente. Nur - all das konnte ich nicht dazu sagen, weil die Vorgabe war, nur einen Namen zu nennen. Heute, einen Tag später, fallen mir eine Menge andere Leute ein, die wahrscheinlicher richtiger, passender und sympathischer gewesen wären. Und so geht es auch mit den übrigen Fragen ("Können Sie spontan drei Bücher empfehlen?" - Zehn Minuten später hätte ich schon drei anderen genannt.) Aber weil die Kamera eben nur noch eine Apparatur ist und man das Gespräch nur mit dem netten Interviewer führt, denkt man, was soll´s, sag halt irgendwas. Dass einen Monate später wahrscheinlich immer wieder irgendwer fragen wird, warum man denn ausgerechnet Stephen King sein wollte, und das schon als Kind, und dass ausgerechnet King, von dem ich seit vielen Jahren nichts mehr gelesen habe, möglicherweise irgendwann - daraus abgeleitet - als großes Vorbild und Lieblingsautor in anderen Porträts und Artikeln auftauchen könnte, übersieht man dabei schnell. Ebenso wie die Tatsache, dass es weit sinnvoller gewesen wäre, drei unbekannte Bücher zu empfehlen, statt solche, die eh alle kennen. Oder dass es klügere Antworten gibt auf die Frage: "Worauf sind Sie stolz?"
Auf der anderen Seite stehen dann die eher bauchschmerzigen Situationen, wenn man mit dem Kamerateam durch die Straßen läuft und man den neuen Nachbarn ansieht, dass sie gerade sehr bemüht überlegen, ob ihnen entgangen ist, dass der Neue im Haus um die Ecke jemand Bekanntes ist oder nur beim "Perfekten Dinner" mitmacht.
Was mir tatsächlich am meisten Spaß macht, sind die intensiveren Teile solcher Interviews - in diesem Fall das lange Gespräch in der Blue Box. Wenn ich aus meinen eigenen Antworten auf clever gestellte Fragen Neues über meine Bücher und die Charaktere darin erfahre, Dinge, die mir vorher nur teilweise (oder gar nicht) bewusst waren und plötzlich völlig offensichtlich werden. Das geht dann auch weit über die Fragestunden im Anschluss an Lesungen hinaus, weil mehr Zeit und die Spannung zwischen Interviewer und Interviewtem eine intensivere ist. Dass man nebenbei noch am eigenen Leibe erfährt, dass Günther Jauch bei den Aufnahmen zu "Wer wird Millionär?" (im Studio nebenan) in einer ziemlich schauderhaften Kantine essen muss, ist ein irrelevanter, aber netter Bonus für das nächste Telefongespräch mit den Schwiegereltern.

23. Juni 2008

Im Manuskript zum dritten Band der STURMKÖNIGE bin ich auf Seite 400 angekommen. Alles versammelt sich gerade zum großen Showdown, den ich im Moment noch einmal im Detail durchplane, bevor es ab morgen an die letzten Szenen geht.
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Im Dezember erscheint DER KLABAUTERKRIEG bei Lübbe Audio als Doppel-CD. Wie schon beim BRENNENDEN SCHATTEN handelt es sich dabei um eine Vorgeschichte, diesmal zu den WELLENLÄUFERN. Joachim Knappe, der auch für die Gestaltung der Bücher verantwortlich war, hat gerade sein Cover abgeliefert.Der Junge auf dem Bild ist Walker als 16jähriger. DER KLABAUTERKRIEG erzählt von seiner ersten Begegnung mit dem Pitbullmann Buenaventure und von der Bedeutung einiger Gegenstände, die in DIE WELLENLÄUFER in der Kapitänskajüte der Carfax herumliegen: einem Schrumpfkopf und einer dreiäugigen Madonna.
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Auch die WELLENLÄUFER-Trilogie wird derzeit als Hörspielreihe adaptiert. Produziert wird vom Studio Stil, die auch DIE ALCHIMISTIN und DIE VATIKAN-VERSCHWÖRUNG bearbeitet haben. Geplant ist, die gesamte Trilogie auf drei Doppel-CDs herauszubringen, vom Format her also ähnlich wie die WOLKENVOLK-Hörspiele des Hörverlags.

18. Juni 2008

Heute nachmittag bin ich im Studio von NRW.TV. In der Sendung "Horné live" werde ich um 17.30 Uhr zum Roman und Film DAS GELÜBDE interviewt. Lokalfernsehen ist ja oft eine eher fragwürdige Sache - im Gegensatz zu anderen Moderatoren solcher Sender ist Roger Horné allerdings gestandener Journalist und hat unter anderem jahrelang die Washington-Redaktion von NTV geleitet. Was ich noch zum GELÜBDE erzählen kann? Schwierig. Geschrieben habe ich das Buch vor elf Jahren, und dann ein letztes Mal 2001 gelesen, während der Bahnfahrt zu meinem ersten Treffen mit Dominik Graf. Wahrscheinlich kenne ich den Film mittlerweile sehr viel besser als den Roman, ganz zu schweigen von den historischen Hintergründen, zu denen ich bestenfalls noch Halbwissen im Kopf habe. Zeit, mich noch einmal damit auseinanderzusetzen, habe ich auch nicht mehr. Darum will ich mal hoffen, dass zumindest die Redaktion glänzend vorbereitet ist ... Das Ganze kann man sich auf der Homepage des Senders auch online als Livestream ansehen.

13. Juni 2008

Lübbe hat zwölfseitige Anzeigenstrecken in der Branchenpresse für DSCHINNLAND veröffentlicht - mit Sicherheit die umfangreichste Werbung, die je für eines meiner Bücher geschaltet wurde. Neben den Standards wie Cover, Kurzinhalt etc. sind auf den Seiten vier Illustrationen mit Figuren aus dem Roman zu sehen, dazu je ein Text, um wen oder was es sich handelt; alle vier zusammen ergeben einen vagen Überblick über die Handlung.
ACHTUNG - Die Texte verraten ein paar Wendungen des Romans. Wer sich überraschen lassen will, sollte jetzt nicht weiterlesen.
Für alle anderen:

Tarik al-Jamal
Am Tag seiner Geburt trug sein Vater ihn auf einem fliegenden Teppich hinauf in den Himmel über Samarkand – Tarik al-Jamal, der beste Schmuggler auf den geheimen Himmelsrouten des Orients. Keiner reitet einen Teppich wie er – bis er draußen im Dschinnland, den tödlichen Wüsten zwischen Samarkand und Bagdad, seine große Liebe Maryam verliert. Gebrochen und einsam verdingt sich Tarik bei illegalen Teppichrennen. Doch als er erfährt, dass sein jüngerer Bruder Junis das geheimnisvolle Mädchen Sabatea durchs Dschinnland nach Bagdad bringen will, fürchtet er um beider Leben. Eine mörderische Jagd durch die Wüste beginnt, eine Odyssee auf fliegenden Teppichen, im Kampf gegen die Dschinne und ihren bizarren Herrscher – den Narbennarren ...

Die Elfenbeinpferde
Die Elfenbeinpferde wurden vor Jahrhunderten von einem Magier erschaffen, um den Sultan von Basra zu erfreuen. In wilden Herden galoppieren sie seither durch die Himmel über den arabischen Wüsten. Als der Teppichreiter Tarik seinen Bruder Junis und das Mädchen Sabatea durchs Dschinnland geleitet, begegnen sie dort nicht nur alptraumhaften Kreaturen – sondern auch Schwärmen der geflügelten Zauberpferde. Schneeweiß und majestätisch grasen sie auf den Zinnen uralter Ruinen, unberührt vom Krieg zwischen Menschen und Dschinnen. Ihre gefiederten Schwingen, ihre weisen Augen, ihre große Klugheit verdanken sie der Magie, die ihnen innewohnt – nur die Gewinde und Gelenke an ihren Beinen verraten, dass sie einst von Menschenhand geschaffen wurden.

Die Kettenmagier
Als überall auf der Welt der Zauber außer Kontrolle geriet und Wilde Magie die prächtigen Reiche verheerte, schlugen sich die mächtigsten Magier auf die Seite der Dschinne. Seither führen sie die Armeen der Feinde über die endlosen Wüstenschlachtfelder. Doch der Preis für ihre Macht ist hoch – für ihren Verrat an der Welt wurden sie von ihr verstoßen. Die Gesetze der Schwerkraft gelten nicht mehr für sie; sie müssen an Ketten gehalten werden, um nicht hilflos in die Unendlichkeit aufzusteigen. Ihre Körper sind verwüstet wie das Land unter ihnen, ihr Geist dem Wahnsinn verfallen. Tief im Dschinnland müssen sich Tarik und Sabatea einem von ihnen stellen – und ahnen nicht, dass diese erste Begegnung nicht die letzte bleiben wird.

Die Sturmkönige
Die Sturmkönige reiten auf himmelhohen Tornados – wie Tarik auf seinem fliegenden Teppich. Sie sind Rebellen, die der grausamen Herrschaft der Dschinne erbitterten Widerstand leisten. Aber auch der Kalif von Bagdad, Harun al-Raschid, hat sie schon vor langer Zeit geächtet – zu sehr lieben sie ihre Freiheit draußen in den Wüsten, um sich ihm zu unterwerfen. Als Tarik den Sturmkönigen begegnet, befreien sie ihn und viele andere Sklaven aus den Hängenden Städten der Dschinne. Sie sind hart, kaltblütig – und hüten ein altes Geheimnis. Werden sie trotz allem auf der Seite Bagdads kämpfen? Und was wissen ausgerechnet sie über Maryam, Tariks Geliebte, die vor vielen Jahren ein Opfer des Dschinnlands wurde?


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Verspätet noch zwei letzte GELÜBDE-Kritiken:
Perlentaucher
Frankfurter Rundschau

02. Juni 2008

Ein paar neue Kritiken zum GELÜBDE sind online. Positive gab es hier:
Spiegel
FAZ
Die Welt
Berliner Zeitung
Eine negative Besprechung stand in der Süddeutschen Zeitung (scheint es nicht online zu geben) und eine durchmischte in einem Blog-Eintrag, der auch deshalb interessant ist, weil er etwas zu den Unterschieden zwischen Roman und Film sagt.
Zu den Abweichungen vom Buch äußert sich auch Dominik Graf in einem weiteren Interview.
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Die Hörspiele zur ALCHIMISTIN scheinen allseits euphorische Besprechungen zu bekommen, so weit ich das überschauen kann (bzw. aus Rezensionen ersehe, die mir der Verlag geschickt hat). Dafür hat Amazon sie nun doch noch aus den Charts für Wiener Volksmusik gestrichen (siehe unten). Nach dem ersten Platz konnte natürlich auch nicht mehr viel kommen.

29. Mai 2008

Während sich DIE ALCHIMISTIN heute auf Platz 1 der Amazon-Charts für Wiener Volksmusik hochgearbeitet hat (siehe voriger Eintrag), hier ein wenig Aktuelles zum GELÜBDE:
Morgen, am Freitag, läuft der Film um 21 Uhr auf ARTE. Dominik Graf hat dazu ein Interview gegeben, außerdem gibt es hier eine Besprechungen im "Tagesspiegel".
Hier noch ein Interview mit einer Statistin, die sich daran erinnert, dass ich beim Essen mal neben ihr saß. Stimmt, das war beim Catering auf einem Parkplatz während der Dreharbeiten von Annas Gang zum Glockenturm.
Der Film läuft in den nächsten Wochen auch auf mehreren Festivals:

Köln, "Medienforum NRW":
07. Juni 2008, 20:00, Cinedom Kino 12

Ludwigshafen, "Festival des deutschen Films":
06. Juni, 17 Uhr
08. Juni, 21 Uhr
12. Juni, 19 Uhr
13. Juni, 23 Uhr
alle im Festivalkino 2 auf der Parkinsel

Köln, Kunsthochschule für Medien:
25. Juni, 19 Uhr, Aula, Filzengraben 2b

28. Mai 2008

DIE ALCHIMISTIN ist auf Platz 4 der Amazon-Charts - für Volksmusik aus Wien! Ja, so was gibt´s. Nein, es wird nicht gesungen in der ALCHIMISTIN. Aber Amazon verkauft die Reihe ja auch nach wie vor als "Mittelalterspektakel", warum also nicht zusätzlich als österreichische Mundartmusik?
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Nach dieser Erfolgsmeldung gleich die nächste: Gestern habe ich die Vorabversionen der Folgen 5 und 6 gehört, hatte so gut wie keine Anmerkungen und freue mich, dass es noch melancholischer und düsterer wird. Die Sprecher sind in Hochform bis in die Nebenrollen - ein toller Raphael, auch wenn er nur zwei Szenen hat -, und Simon und Christian haben eine ganz fantastische Tess herbeigezaubert (nicht dieselbe wie in den ersten Folgen, da zehn Jahre älter).

20. Mai 2008

Lübbe Audio hat eine Hörprobe aus Andreas Fröhlichs Hörbuch der STURMKÖNIGE online gestellt - einschließlich einiger Störungen, von denen ich nicht sicher bin, ob sie absichtlich eingestreut sind oder nicht. Die Szene gehört etwa in die Mitte des Romans und erzählt von der ersten Begegnung der Helden mit einem Kettenmagier.
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Gegen die Verfilmung von Philip Pullmans "Goldenem Kompass" kann man vieles sagen, und alles trifft zu. Aber was mich mehr als jeder schlechte Effekt, das öde Drehbuch oder die fade Musik aus der Realität des Films gerissen hat, waren Nicole Kidmans neue Silikonlippen. Dass sie auch anderen Filmen nicht gerade helfen, sieht man ziemlich erschütternd im Trailer zu "Australia", wo sich Mrs. Kidmans Lippen so deplaziert aus der historischen Szenerie wölben wie einst die von Debbie Harry aus dem Fernseher in "Videodrome".

17. Mai 2008

Die TV-Spielfilm hat DAS GELÜBDE am 30. Mai (Arte, 21 Uhr) zum "Tipp des Tages" gemacht und nennt den Film ein "düster-romantisches Meisterwerk": "Stilistisch am italienischen Genrekino der 70er und dem britischen Horrorkultfilm "The Wicker Man" orientiert, gelingt Graf ein rätselhaft eindringlicher, sinnlich flirrender Kostümfilm". Ich weiß nicht, ob sie die Vergleiche hier im Journal gefunden haben oder selbst darauf gekommen sind (die Erwähnung von "Wicker Man" macht schon stutzig), aber so oder so: Toll, dass eine Massenzeitschrift wie TV-Spielfilm derart begeistert ist.
Offenbar läuft der Film auf Arte gleich zweimal, was ich nicht wusste. Hier sind noch mal alle drei Ausstrahlungstermine:
30. Mai, Arte, 21 Uhr
3. Juni, Arte, 01.15 Uhr (damit genau genommen der 4. Juni)
19. November, ARD, 20.15 Uhr
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Und noch ein paar Rezensionen zu den neuen ALCHIMISTIN-Hörspielen:
Folge 1
Folge 2
Folge 3
Folge 4

15. Mai 2008

Die Verleihung des Hörspiel- und Hörbuchpreises Ohrkanus findet in diesem Jahr in Essen statt, und zwar am Samstag, den 7. Juni 2008, um 20.15 Uhr. Veranstaltungsort ist die Mayersche Buchhandlung (Markt 5-6, Essen). Karten für €4 gibt es unter 0201/36587-0 und bei www.mayersche.de bzw. livedabei@ohrkanus.de.
Die Gewinner des Ohrkanus werden erst am Abend bekannt gegeben.
Hier sind alle Nominierungen, die meine Bücher und/oder Vorlagen betreffen (die vollständigen Listen gibt es auf der Ohrkanus-Website):

Bestes Hörspiel:
DIE VATIKAN-VERSCHWÖRUNG

Bestes Kinder-/Jugendhörspiel:
DER KLABAUTERKRIEG
LANZE UND LICHT
DRACHE UND DIAMANT

Beste Lesung für Kinder & Jugendliche:
LANZE UND LICHT
DRACHE UND DIAMANT

Bester Sprecher:
Andreas Fröhlich in DIE VATIKAN-VERSCHWÖRUNG

Bester Sprecher/Lesung:
Andreas Fröhlich für die WOLKENVOLK-Trilogie

Bester Sprecher in einer Nebenrolle:
Roland Hemmo und Till Hagen in DIE VATIKAN-VERSCHWÖRUNG

Beste Regie:
Simon Bertling für DIE VATIKAN-VERSCHWÖRUNG

Ich selbst werde am 7. Juni dort sein, weiterhin sind angekündigt:
Christian Hagitte (STIL)
Hans Gerhard Franciskowsky (alias Hörspiellegende "H.G. Francis")
Thomas Birker (Dreamland Productions)
Dennis Rohling (Hörplanet)
Stefan Sprang (Autor von "helden:tot")
Marius Claren (Sprecher)
Neben vielen anderen reisen zudem die Verantwortlichen der diversen großen Labels an (Hörverlag, Lübbe Audio etc.)

14. Mai 2008

Die ersten vier Folgen des Hörspiels zur ALCHIMISTIN sind ausgeliefert und sollten in diesen Tagen in den Geschäften auftauchen. Bei Amazon haben sie noch ein paar Tage Lieferzeit, aber auch das dürfte in Kürze umgestellt werden. Aus irgendwelchen Gründen bezeichnet die Kurzbeschreibung dort die Geschichte als "Mittelalterspektakel", was natürlich Unfug ist - DIE ALCHIMISTIN spielt nach wie vor Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
Hier schon mal die allerersten Rezensionen:
Alchimistin 1
Alchimistin 2
Alchimistin 3
Alchimistin 4
Zudem war die erste Folge wohl Pfingstmontag bei Hoerspieltalk.de im Internatradio zu hören, verbunden mit einem Chat mit Produzent Christian Hagitte und Hauptdarstellerin Yara Blümel-Meyers.

09. Mai 2008

Gerade eben sind die ersten Vorabexemplare von DSCHINNLAND angekommen - sowohl als Roman, wie auch als Hörbuch. Das Cover ist eines meiner schönsten, vor allem mit den entsprechenden Lackierungen und Prägungen. Helmut Pesch hat zudem eine sehr hübsche Landkarte für den Vorsatz beigesteuert (und, ja, Helmut war schon - hurra! - Kartograph bei "Mythor! Und der erste deutsche Akademiker, der eine Doktorarbeit zum Thema Fantasy geschrieben hat, irgendwann in den Siebziger Jahren.). Ich bin wirklich überzeugt vom Buch und seiner Aufmachung, und glaube, dass Lübbe diesmal alles genau richtig macht. Um so gespannter bin ich auf die ersten Reaktionen.
Andreas Fröhlichs Hörbuch ist ebenfalls ganz wunderbar. Fast die gesamte Laufzeit wurde mit Atmosphären und neu komponierter orientalischer Musik unterlegt, die das Ganze manchmal schon an den Rand eines Hörspiels bringt, sehr viel stärker noch als bei den Hörbüchern meiner anderen Trilogien.
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Gestern Abend hatte ich eine Konferenzschaltung mit den Geschäftsführern einer der größten amerikanischen Produktionsfirmen für TV-Animation. Einer saß am dabei im Auto, irgendwo auf einem Highway in Los Angeles, und so klang auch die Verbindung.
Es ging um 26 Folgen WELLENLÄUFER - wobei jetzt die Vertragsverhandlungen starten, was immer eine langwierige und wenig, na ja, kreative Sache ist. Daumen drücken!
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Ebenfalls in der Post waren heute die neue Taschenbuchausgabe von HEX und eine der fertig gepressten Hörspielfolgen der ALCHIMISTIN. Beides sollte in Kürze in den Läden liegen.

03. Mai 2008

Während ich gerade mitten im dritten Roman der STURMKÖNIGE-Trilogie stecke, ist hier schon mal der komplette Umschlag von DSCHINNLAND, dem ersten Band. In ein paar Tagen gehen die Leseexemplare an die Buchhandlungen raus - übrigens erstmals zusammen mit einem Exemplar des vollständigen Hörbuchs, das wieder Andreas Fröhlich eingelesen hat.
Wie üblich: Zum Vergrößern - und Lesen der Inhaltsangaben - bitte anklicken ...

25. April 2008

Trüge Jackie Chan ein Drachenkostüm und Jet Li einen Strohhut, dann könnte der Trailer zu "Forbidden Kingdom" fast auch der Trailer zu SEIDE UND SCHWERT sein. Zufall, natürlich, aber ein interessanter.


23. April 2008

Ernst Vlcek ist gestorben. Als Urgestein der deutschsprachigen Phantastikszene seit den 60er Jahren und Chefautor von Serien wie "Mythor", "Dämonenkiller" und - viele Jahre lang - "Perry Rhodan", hat der Österreicher seine Erfolge vor allem innerhalb der Fan-Szene gefeiert. Ein Video-Interview mit ihm aus dem Jahr 2000 findet man hier. In sein Kondolenzbuch im Internet habe ich gestern diesen kurzen Eintrag gesetzt:

Ich habe noch immer alle Briefe, mit denen Ernst Vlcek vor rund 25 Jahren meine Leserbriefe zu “Mythor” und “Dämonenkiller” beantwortet hat. Damals, etwa mit 14, war Ernst für mich fast so etwas wie der Liebe Gott: “Exposéautor”, das klang exotisch, allmächtig und wahnsinnig beeindruckend. Derjenige, der die Geschicke meiner Lieblingslektüre “Mythor” lenkte. Der einige der - auch heute noch heute - großartigsten Konzepte der deutschen, ach was, internationalen Fantasy entworfen hat: Mythors Abenteuer sind für mich bis heute in ihrem Ideenreichtum ein Vorbild für meine eigene Arbeit als Autor. Der damals viel geschmähte Schattenzone-Zyklus, die Amazonenvölker der Südwelt, die fantastische Herrschaftsstruktur des Hexensterns - damals ging das manch einem Traditionalisten zu weit. Ich glaube bis heute, dass es - vom reinen Plot her - wenig Vergleichbares in der deutschen Phantastik gegeben hat. Ähnliches lässt sich über den “Dämonenkiller” sagen, der nach den beschaulichen Anfängen spätestens mit dem Auftauchen des Doktor Faustus und bald darauf den Wirren um Hermes Trismegistos weit über alle vergleichbaren Horror-Projekte jener Zeit emporragte. All das habe ich vor vielen Jahren gelesen und nur dann und wann noch mal hineingeschaut - aber die Namen, Begriffe und immer wieder die atemberaubenden Konzepte sind mir bis heute präsent. Ernst, den ich nur einmal persönlich getroffen habe und der beim Händeschütteln irgendwann meinte, nun könnte ich ihn aber eigentlich wieder loslassen, weil ich plötzlich wieder 14 und vollkommen “starstruck” war … Ernst, also, hat die Faszination des “sense of wonder” besser verstanden als viele seiner Weggefährten in den Siebziger und Achtziger Jahren. Vor allem hat er es vermocht, ihn an seine Leser weiterzugeben. Und wie ein paar andere jener Autoren ist er schlicht weg zur falschen Zeit (sprich: zu früh) auf der Bildfläche der deutschen Phantastik aufgetaucht, um wirklich große Erfolge zu feiern. Einigen seiner Fans wird es Fleißarbeit und Mühe abverlangen, dass ihn auch die jüngeren Leser schätzen lernen und in Erinnerung behalten. Das ist fast so traurig, wie die Tatsache, dass er es nun nicht mehr selbst tun kann. Autoren wie Ernst Vlcek brauchen nicht die Denkmalpflege der Klassiker - sie brauchen LESER. Für die hat er geschrieben, und die wird er hoffentlich auch noch lange Zeit nach seinem Tod erreichen.

21. April 2007

Der Comic zur WOLKENVOLK-Trilogie wächst und gedeiht, und Dirk Schulz hat mir ein paar neue Bilder und Seiten geschickt. Als erstes die Brücke der Riesen, auf der Niccolo und Wisperwind den Raunen entkommen wollen:Und hier auf einer Doppelseite das, was danach geschieht:

15. April 2008

Viele haben es vermutlich schon in den News auf der Startseite entdeckt, aber für alle anderen auch hier noch mal der Hinweis, dass die ersten 46 Seiten des zweiten WELLENLÄUFER-Comics jetzt online sind. Der Ehapa-Verlag hat nach der Einstellung der Reihe seine Zustimmung gegeben, die bereits fertigen Seiten für einen begrenzten Zeitraum (bis Ende Mai/Anfang Juni) kostenlos ins Internet zu stellen. Die Seiten entsprechen der ersten Hälfte des geplanten zweiten Hardcovers bzw. Band 3 der ursprünglichen Softcover-Albenausgabe.
Ich habe ein neues Vorwort dazu geschrieben, das ein wenig mehr über die Hintergründe der Einstellung erzählt:

DIE WELLENLÄUFER dürfte eine der teuersten deutschen Comic-Produktionen gewesen sein. Die Rechte an erfolgreichen Roman gibt´s nicht geschenkt, die Künstler wurden – im Vergleich zu anderen heimischen Comics - ordentlich bezahlt, und die Tatsache, dass der erste Teil gleich zweimal erschienen ist, schlug ebenfalls mit tausenden Euro zu Buche. Als schließlich die Hardcover-Ausgabe erschien (nach dem Softcoveralbum der zweite Versuch, den Titel im Markt durchzusetzen), kam schon nach wenigen Tagen die Nachricht vom Verlag, die Reihe werde eingestellt. Offenbar war der Einverkauf in den Comic- und Buchhandel nicht hoch genug, um die massiven Kosten zu rechtfertigen.
Nun kann man argumentieren, dass die Kalkulation von Anfang an recht mutig war – und das meine ich durchaus positiv, denn es gibt in Deutschland kaum Verlage, die sich an solch ein Projekt wagen würden. Rechnen konnte sich das Ganze nur, wenn nicht nur die üblichen zwei-, dreitausend Alben in den Comicläden verkauft würden, sondern darüber hinaus noch eine erhebliche Menge im klassischen Buchhandel. Alle Beteiligten wussten, dass dies zum Stolperstein werden konnte: Buchhändler mögen meist keine Comics, aus welchem Grund auch immer, und Jugendbuchhändlerinnen können oft erst recht nichts damit anfangen. Das ist ein grundsätzliches Imageproblem des Mediums in Deutschland und natürlich auch ein altbekanntes. In Verbindung mit einem Vertrieb, dem es augenscheinlich nicht gelungen ist, die Buchhändler eines Besseren zu überzeugen, war es der Todesstoß für DIE WELLENLÄUFER.
Man muss Ehapa hoch anrechnen, dass sie das Experiment gewagt haben. Dass sie, nach dem mäßig verkauften Album, sogar einen zweiten Versuch gestartet haben, den Titel im Hardcover aufzuwerten und auf Buchhandlungsregale zuzuschneiden. Und schließlich, dass sie als anteiliger Rechteinhaber die Erlaubnis gegeben haben, die ersten 46 fertigen Seiten des zweiten Bandes, DIE MUSCHELMAGIER, für einige Wochen kostenlos ins Internet zu stellen.
Was wir hier haben entspricht dem, was ganz zu Anfang einmal als drittes Album geplant war – die erste Hälfte des zweiten Romans. Damit hat es die WELLENLÄUFER-Trilogie immerhin so weit ins Medium Comic geschafft wie ein anderer, nicht ganz unbekannter Fantasy-Dreiteiler: Die bis heute einzige Comic-Adaption des HERRN DER RINGE, Ende der Siebziger Jahre, wurde ebenfalls genau in der Mitte unterbrochen und nie mehr fortgeführt. Man könnte argumentieren, dass es der Geschichte um Frodo und Gandalf nicht geschadet hat und später ja noch die eine oder andere visuelle Adaption Siegeszüge feierte. Auch DIE WELLENLÄUFER ist keineswegs am Ende – 2009 wird eine aufwändige Hörspiel-Adaption erscheinen (vom Studio Stil, die bereits meine VATIKAN-VERSCHWÖRUNG und DIE ALCHIMISTIN umgesetzt haben), die Buch- und Hörbuchausgaben verkaufen sich weiterhin ganz wunderbar, Auslandslizenzen werden nach wie vor in die ganze Welt vergeben und Filmproduzenten fragen mit schöner Reglemäßigkeit an (um – bisher - nach den ersten Finanzierungsplänen den Schwanz einzuziehen). Dazu kommt ein hübsches Spin-Off, das Hörspiel DER KLABAUTERKRIEG, das von Walkers und Buenaventures erster Begegnung erzählt, und Ende 2008 als Doppel-CD erscheint.
DIE WELLENLÄUFER sind also alles andere als tot, und niemand ist so gespannt wie ich, in welche Piratengewässer es Jolly, Munk und Griffin noch verschlagen wird.

12. April 2008

Lübbe Audio hat die Cover für die ALCHIMISTIN-Hörspiele noch einmal geändert. Statt der doch eher knalligen bis kitschigen ersten Version ist das Ganze nun gedeckter und stilvoller. Geblieben ist das angeschnittene Gesicht von Aura Institoris links, ausgetauscht wurden die Hintergründe, Farben und Schriften. Die Stimmung ist nun mysteriöser, dunkler und ein wenig mehr "klassische Gothic-Novel". Die CDs erscheinen als Digipack mit einem kurzen Vorwort von mir.


09. April 2008

"Tolkiens Völker und kein Ende: Sägt die (deutsche) Fantasy an dem Ast, auf dem sie sitzt?" heißt das neueste Diskussionsthema im Online-Magazin Phantastik-Couch, neben der Zeitschrift "phantastisch!" derzeit wahrscheinlich Deutschlands engagiertestes Forum für Fantasy und SF in der Literatur. Frank Dudley, der Herausgeber, hatte mich um eine Antwort auf diese Frage gebeten, die vorgestern online gegangen ist. Der Text wurde viel länger als geplant, und ich weiß nicht, ob mein ZWERGENKRIEG von vor über zehn Jahren mich wirklich zum allzu qualifizierten Ansprechpartner macht, aber hier ist der Artikel. Markus Heitz und Christoph Hardebusch haben Zustimmung signalisiert, was mich freut, denn wenn es um eines ganz sicher nicht ging, dann darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen.
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Weil gerade die Rede vom ZWERGENKRIEG war: Der Roman ist eines der vier Bücher, die mittlerweile in NIBELUNGENGOLD gesammelt vorliegen (was übrigens eine weitere Querverbindung zu "Elfen"-Autor Bernhard Hennen herstellt, aber das führt hier zu weit). Zwei Studentinnen haben mir kürzlich für ihre Arbeit zum Nibelungenlied ein paar Fragen gestellt, und hier ist ein längerer Auszug:
Was ist für Sie „Fantasy“?
In erster Linie die Möglichkeit, den so genannten "sense of wonder" beim Leser zu erzeugen. Ein Staunen, wenn er mit Bildern und Situationen konfrontiert wird, die ihm in der Realität nicht begegnen werden. Manchmal absichtlich, oft auch ungewollt werden diese Bilder zu Symbolen - und dann bietet die Fantasy die Möglichkeit, den Lesern auch ein wenig mehr über sich selbst und ihre Wirklichkeit zu erzählen. Überhöhung von Szenerien, vor allem aber von Emotionen ist der Schlüssel zu vielen meiner Geschichten und Charaktere.
Muss Fantasy immer einen mythologischen Hintergrund haben?
Ja - aber nicht immer explizit. So wie fast jede realistische Geschichte, die von einem Charakter erzählt, der sich gegen höhere Mächte auflehnt (das kann auch der Todkranke im Sterbebett oder der Staatsanwalt im Kampf gegen die Mafia sein), folgt die Fantasy meist der "Reise des Helden", wie es der Mythenforscher Joseph Campbell genannt hat. Es gibt bei Jung und Eliade andere Begriffe dafür, aber letztlich ist das der Kern allen Geschichtenerzählens. Mythen bilden das Grundgerüst, ganz gleich, ob ich sie beim Namen nenne oder nicht.
Was reizt Sie am Nibelungenstoff?
Damals, als ich die vier Romane geschrieben habe, die heute im Sammelband "Nibelungengold" zusammengefasst sind, habe ich mich gefragt, warum eigentlich die Buchhandlungen voll sind mit Bearbeitungen der Artus-Saga, aber nur vergleichsweise wenige Adaptionen des Nibelungenliedes zu finden sind. Natürlich gab es immer welche, aber eher im Drama, in der Musik, und nur ganz wenige in Romanform.
Wann und wie hatten Sie zum ersten Mal Kontakt zum Nibelungenlied?
Die erste dramatische Adpation, die ich kannte, war eine Hörspielplatte von Europa, "Siegfried". Da war ich vier oder fünf.
Wie ist ihre persönliche Verbindung zum Nibelungenlied?
Ich habe eine starke emotionale Bindung zum Rhein. Meine Großeltern lebten in einer alten Villa am Rhein und sind mit mir als kleinem Kind jeden Tag am Ufer spazieren gegangen. Das war in einem kleinen Ort namens Unkel, südlich von Bonn, und von dort aus sieht man sowohl den Drachenfels, als auch den Rolandsbogen. Wie viele Kleinkinder hab ich mir irgendwelche Geschichten zu meinen Stofftieren einfallen lassen, die angeblich auf der anderen Seite des Flusses in einem Haus "geboren" waren, das ich bei diesen Spaziergängen immer gesehen habe. Mein Großvater hatte eine große Bibliothek, ganz klassisch, wie aus einem Edgar-Wallace-Film (Wallace war auch einer seiner Lieblingsautoren), und er hatte Berge von Rheinliteratur. Er hat mir oft Geschichten über den Fluss erzählt, über den Drachenfels, all diese Dinge, und die Faszination ist bis heute noch da. Mein Roman „Loreley“ ist nach wie vor einer meiner eigenen Favoriten. Vom Rhein, jedenfalls, ist es nicht weit zu den Nibelungen, schon gar nicht in der Umgebung des Drachenfels.
Ist das Nibelungenlied „high culture“ oder „trash“?
Das Nibelungenlied selbst gehört zum deutschen Kulturkanon. Was man selbstverständlich nicht von allen Bearbeitungen behaupten kann. Die Nibelungenfestspiele in Worms sind eher "high camp" in Reinkultur.
Kennen Sie zeitgenössische Rezeptionszeugnisse, wie z.B.: „Siegfried“ mit Tom Gerhardt oder „Die Nibelungen“ (RTL) mit Benno Fürmann? Was halten Sie davon?
Ich mag Parodien nicht besonders, und Tom Gerhardt ist nun gar nicht mein Ding. Den Benno-Fürmann-Film fand ich als unterhaltsame Adaption durchaus gelungen. Man darf eben nicht vergessen, dass hier mit einem Fernsehbudget gearbeitet wurde. Nur Fürmann selbst erschien mir arg fehlbesetzt. Auf der anderen Seite: Wie soll man eine Figur wie Siegfried besetzen? Er ist sicher die undankbarste Figur in der ganzen Geschichte, und ganz gleich, wer sie in den verschiedenen Verfilmungen gespielt hat - Häme gab es immer.
Welche Motive im Nibelungenlied finden Sie besonders aussagekräftig und faszinierend?
Die spannendsten Figuren sind für mich Hagen und Kriemhild, und sie transportieren die beiden interessantesten Dilemmas dieser Geschichte: Hagens Vasallentreue auf der einen Seite, Kriemhilds Wandlung zum Racheengel auf der anderen. Siegfried ist nur ein Auslöser, nur der Schalter, mit dem die Katastrophe in Gang gesetzt wird. Wolfgang Hohlbeins Roman "Hagen von Tronje" dürfte literaturwissenschaftlich eine der unterschätztesten Adaptionen sein - darin hat er genau diese beiden Themen sehr schön auf den Punkt gebracht.
Was war der Auslöser für die Reihe „Die Nibelungen“? Wie kam es zu diesen Charakterdarstellungen?
Der Auslöser war, wie gesagt, die Verwunderung über die dauerhafte Faszination des Artus-Mythos, der gerade Fantasyautoren immer wieder zu Bearbeitungen inspiriert hat, und der Mangel an Nibelungen-Adaptionen. Hohlbein war tatsächlich lange der einzige Deutsche, der sich des Stoffes auf populäre Weise innerhalb des Genres angenommen hat (Stephen Grundys "Rheingold" ist in gewisser Weise auch ein hiesiges Produkt, geschrieben zwar von einem Amerikaner, aber von einem deutschen Verlag ausgeheckt und in Form gebracht). Während man mit der Artus-Geschichte immer eine gewisse Farbigkeit verbunden hat, hatten die Nibelungen lange so etwas Muffiges, vielleicht nur für uns Deutsche. Durch Wagner und die Nazis hatte der Stoff lange Zeit auch eine gewisse Vorbelastung, von der ich vollkommen weg wollte, um zu sagen: "Schaut mal, was wir für eine tolle Geschichte direkt vor der Haustür liegen haben. Wir müssen nicht nach Avalon und Camelot, wir haben das alles hier bei uns."
Natürlich kann man die beiden Mythen inhaltlich eigentlich gar nicht vergleichen - die Artus-Sage ist eine sehr äußerliche, oberflächliche, abenteuerliche Geschichte (deshalb macht sie sich auch als Adaption so gut), die im Kern zwei klassische Konfliktstellungen besitzt: Das Dreicksverhältnis und den Vater-Sohn-Zwist. Das Nibelungenlied dagegen hat nicht diesen äußeren Glanz, nicht diese funkelnde Oberfläche - dafür gehen die psychologischen Konflikte tiefer und sind sehr viel komplexer. Eigentlich ist das kein Abenteuerstoff, sondern ein Familiendrama.
Was würden Sie von einer Nibelungenausstellung erwarten?
Ich kann keine Bilder vom Drachenkampf und der schmachtenden Kriemhild mehr sehen. Ein Schwerpunkt auf Hagen wäre interessant, und natürlich auf den nordischen Wurzeln.